Das Prager-Haus

Das Prager-Haus ist das ehemalige Geschäftshaus der jüdischen Fellhändler-Familie von Salomon Prager und seinen Angehörigen. Darauf weist die Inschrift im Spiegel der Hausfassade hin: „Felle – S. Prager – Därme“. Dieses Haus ließ Salomon Prager errichten, um dort Felle aufzukaufen sowie Artikel des Fleischer-Bedarfs zu verkaufen. Die Familie selbst bewohnte eine Mietwohnung in einem anderen Haus.

Pragersches Haus um 1900

Der Vorgänger-Bau um 1900. Ganz rechts: Bertha, die Ehefrau von Salomon Prager

 

Sandgasse

Die Häuserzeile in der Sandgasse, wo das alte Prager-Haus von zwei jüngeren Bauten eingerahmt wurde.

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1925 ließ Salomon das alte Häuschen abreißen und an gleicher Stelle das neue Haus errichten. Foto um 1990. Das Haus war noch bewohnt, aber an der Fassade ist bereits die 1988 angebrachte Gedenktafel zu sehen. Das östliche Nachbargebäude, das „Deutsche Haus“, stand zu diesem Zeitpunkt noch, das westliche Gebäude war bereits abgerissen und die Leerfläche durch eine Mauer zur Straße hin geschlossen.

 

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Etwa um 1995 war das Haus bereits leergezogen und das „Deutsche Haus“ linker Hand abgerissen, so dass sich dort eine Ödfläche mit Strauchbewuchs entwickelte. Durch das fehlende Nachbarhaus entwicklte sich ein Riss in der Fassade, der immer tiefer wurde.

Prager-Haus um 2005

Um 2005 bot sich das inzwischen marode gewordene Haus so dar, und an der Haustür hatte ein Immobilienmakler im Auftrag des Bundes, der das Haus verwaltete, ein Schild abgebracht mit der Aufschrift ZU VERKAUFEN. Das war die Ausgangssituation, in der die schon einige Jahre bestehende „Geschichtswerkstatt Weimar-Apolda“ sich dazu entschloss, die Rettung des Hauses in Angriff zu nehmen.

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Die Sanierungs- und Umbauarbeiten zogen sich von 2009 (Kauf des Hauses)  bis 2018 hin. Seit 2017 ist das Haus grundsaniert, der Ostgiebel stabilisiert und das Dach neu gedeckt. Am Ostgiebel wurde einer benachbarten Apotheke die mit Holz verschalte Giebelwand als Werbefläche überlassen.